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Gleiche Rechte, gleiche Freiheiten haben Frauen und Männer – wird uns gesagt und so steht’s auch auf dem Papier von Grund- und anderen Gesetzen hier im Land. Alles paletti oder doch nicht?
Der erste internationale Frauentag 1911 wurde in vielen Ländern begangen. Forderungen damals waren der Acht‑Stunden‑Tag, gleicher Lohn für gleiche Arbeit, Festsetzung von Mindestlöhnen. Erstaunlich, wie bekannt sie uns vorkommen. Im realen Leben stehen tausende von Arbeitsplätzen auf der Abschussliste der internationalen Konzerne. Banken und Konzerne werden mit Milliardenbeträgen gestützt. Gegenwärtig sehen wir "Rettungsschirme" wohin man blickt ‑ die Modellvielfalt kennt keine Grenzen. Opel: Bürgschaft ‑ Verstaatlichung ‑ Belegschaftsaktien oder vielleicht doch lieber gleich die Insolvenz? Vor lauter Schirmen wird einem regelrecht der Blick verstellt. Eines ist aber schon auffallend: Bei aller Vielfalt in der Bespannung ist das Grundgerüst immer gleich, Milliarden für die Konzerne und Banken, für uns den Verzicht. Und der betrifft in erster Linie die Situation der Masse der Frauen und die Lebenslage der Familien. Die hat sich drastisch verschlechtert, unter anderem durch die beschleunigte Ausbreitung des Niedriglohnsektors und das Armutsprogramm von Hartz IV. Mindestens drei Millionen Kinder leben in Armut. Rund 40 Prozent der allein erziehenden Eltern in Deutschland leben laut dem Familienreport von Hartz IV. Dies sind etwa 660.000 Mütter oder Väter mit rund einer Million Kinder. Bei einer Befragung gaben 43 Prozent von ihnen an, dass sie für eine Arbeitsaufnahme Kinderbetreuung benötigten — aber nur drei Prozent hätten bei der Jobsuche entsprechende Betreuungsangebote erhalten. „Offensichtlich mangelt es Alleinerziehenden an den passenden Rahmenbedingungen zur Vereinbarkeit", heißt es dazu im Familienreport. Doch auch die Mehrheit (53 Prozent) der nicht alleinerziehenden, derzeit nicht erwerbstätigen Mütter von Kindern unter 18 Jahren wäre gerne berufstätig. Das scheitert aber an der fehlenden Kinderbetreuung. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf entpuppt sich zunehmend als eine Lebenslüge des kapitalistischen Gesellschaftssystems — für die Masse der Familien gar nicht oder nur unter größten Schwierigkeiten verwirklichbar. Nach meiner Ansicht ist der Internationale Frauentag am 8.März aktueller denn je - auch wenn Frauen heute wählen oder gewählt werden dürfen oder die Gleichberechtigung im Grundgesetz geschrieben steht! Denn von einem Leben in einer Gesellschaft ohne Diskriminierung und sexistischer Erniedrigung, Ausbeutung und Niedriglohn, Unterdrückung und Gewalt an Frauen und Kindern sind wir noch weit entfernt. Warum sollen Frauen sich immer wieder vertrösten lassen oder hoffen, dass Politiker oder andere Stellvertreter/innen sich für ihre Interessen einsetzen? Viele Frauen und auch Mädchen kämpfen sich durch den schwerer werdenden Lebensalltag, aber oft noch alleine. Viel stärker sind sie, wenn sie gemeinsam und organisiert für ihre Lebensinteressen eintreten, zusammen hinter die Kulissen blicken, Kultur erleben, neue Freundinnen finden und sich gegenseitig helfen. Tipp von einer Kollegin: Klickt mal die Internetseite des Frauenverbands Courage an. Sie sagt, da findet man ein astreines Beispiel der neuen kämpferischen Frauenbewegung. Die Montagsdemonstranten unterstützen die zentralen Forderungen des Frauentags. Für ausreichende, kostenlose, qualifizierte und wohnortnahe Ganztags‑ Kinderbetreuungsplätze! Gleicher Lohn für gleiche Arbeit und einen verbindlichen Mindestlohn von 10 Euro pro Stunde! Weg mit Hartz IV! (Beitrag Jupp Frerkes zur Montagsdeme 2.3.09) |