Wie überall muss das Verursacherprinzip gelten:Wir wollen nicht die Lasten von dem tragen, was die Banken und Konzerne verzockt haben.
Es gibt neue Erkenntnisse zur Erforschung der Wirtschaftskrise: „Spiegel‑online" schreibt: „Als die Forscher das genetische Profil der Teilnehmer mit deren Risikobereitschaft im Investitionsspiel verglichen, ergaben sich deutliche Zusammenhänge: Menschen mit einem effizienteren Serotonintransporter investierten ihr Geld 28 Prozent häufiger in riskante Anlagen. Ebenso gingen Menschen mit einer bestimmten DRD4‑Variante 25 Prozent öfter das finanzielle Risiko ein." Wir lernen: 1. Die Finanzkrise war genetisch bedingt. 2. Der „genetische Bauplan" (das wissen wir aus Kreisen des Vatikans) ist bekanntlich der Wille des „Schöpfers". 3. Die Krise mit Kurzarbeit, Arbeitsplatzvernichtungen, Armut und Elend ist also „Gottes Wille". Welche Schlussfolgerung müssen wir daraus ziehen? 1. Die bisherigen „Führungskräfte" im Umkreis von Ackermann und Co. müssen dringend in therapeutische Behandlung. 2. Papst Benedikt sollte täglich für das Seelenheil der „Führungskräfte" beten. Zurück auf den Boden der Tatsachen – Wir sollen die Lasten der Krise tragen: In ihrem Arbeitsmarktreport Februar 2009 schreibt die AfA Ulm: „Konkret meldeten sich im Februar 7.250 Menschen arbeitslos. Damit sind 1.101 Personen mehr von Arbeitslosigkeit betroffen als im Februar 2008 und die Arbeitslosigkeit stieg im Jahresvergleich um 17,9% an.“ Der VW Konzern fordert vom Staat Milliarden, angeblich um Arbeitsplätze zu erhalten. VW‑Chef Martin Winterkorn streicht deshalb alle noch verbliebenen 16.500 Leiharbeiter‑Stellen weltweit. "Das ist für die Betroffenen nicht schön, aber daran führt kein Weg vorbei", so wörtlich Herr Winterkorn. In Stralsund beschäftigt ein Kneipier eine Kellnerin zum Brutto‑Stundenlohn von 56 Cent. Ein Bestattungshelfer wird in der Hansestadt mit 1,52 Euro pro Stunde abgespeist, ein Taxifahrer erhält 1,12 Euro und ein Zimmermädchen 1,45 Euro. Unglaublich, aber wahr – die Stralsunder Arbeitsgemeinschaft zur Betreuung Langzeitarbeitsloser (Arge) hat solche Fälle dokumentiert. Zu allem Überfluss bescheinigen – nach einer heutigen SWP Meldung - Konstanzer Wissenschaftler, streng wissenschaftlich selbstverständlich, dass die Studenten an deutschen Hochschulen gleichgültig, unpolitisch, resigniert und noch nie so "labil und teilnahmslos" gewesen sind wie heute. Das alles muss man erstmal verarbeiten: Wir stehen am Beginn einer katastrophalen weltweiten Wirtschaftskrise. Viele Kolleginnen und Kollegen, ihre Familien, vor allem Kinder und Jugendliche sind davon betroffen. Zuerst kommt die Unsicherheit, Wut, Angst, aber dann auch Widerstand, Rebellion und Angriffslust. Wir wollen nicht die Lasten von dem tragen, was die Banken und Konzerne verzockt haben. Das muss durchdacht werden, aber auch der Widerstand dagegen zusammengeschlossen und organisiert werden. Die Jugendlichen in Frankreich protestieren unter dem Motto "Wir weigern uns, Kinder der Finanzkrise zu sein"; in Griechenland unter der Parole "Milliarden für die Banken ‑ Kugeln für die Jugend!" anlässlich der Erschießung des 15‑jährigen Alexej. In Deutschland konnte man bei Protesten gegen Studiengebühren lesen "Eine marode Bank müsste man sein...". Am 27.02. demonstrierten in der südiatalienischen Stadt Pomigliano d'Arco bei Neapel Tausende von Fiat‑Arbeiter gegen eine drohende Werksschließung. 5.000 Fiat‑Werker traten in einen vierstündigen Streik. An der Kundgebung beteiligten sich auch Beschäftigte der Zulieferer und die Bürgermeister der umliegenden Gemeinden. Kann man oder kann man nicht? „In der Krise kann man nicht kämpfen" – das ist eine sozialdemokratische Erfindung Diese Ansicht wurde von reformistischen „Theoretikern" wie Hans Seidel ausgedacht und gezielt verbreitet. So schrieb er in den 1920er Jahren: "Jetzt ist es das elementarste . . . und das oberste Gesetz des Gewerkschaftskampfes: nach Möglichkeit jeden Streik in der Zeit der Krise zu vermeiden." Nicht nur, dass man nicht kämpfen könne, sondern die Gewerkschaften sollen nach seiner Meinung Kämpfe sogar verhindern. Hört man heutige Gewerkschaftsführer und SPD Politiker, so ist diese Meinung immer noch die Grundlage ihres Handelns. Tatsache ist, dass sich in einer Wirtschaftskrise nicht nur die Arbeiter in einer Notlage befinden. Auch viele Unternehmer geraten in eine Kapitalnotlage und stehen unter dem Druck der Gläubiger‑ und Banken. Ein Streik verschärft diese Zwangslage und macht die Unternehmer zu Zugeständnissen bereit. Trotz Krise haben die Kapitalisten Aufträge und Lieferverpflichtungen. Die wollen sie unter keinen Umständen verlieren. Ein Streik wird von den Monopolen in der Krise besonders gefürchtet. Er kann allen Arbeitern ein offensives politisches Signal geben. Schlussfolgerung: Man kann nicht nur in der Krise kämpfen, sondern muss es sogar. Wer sich nicht wehrt, bekommt die Krisenlasten voll aufgebürdet. Gerade in der Krise sollte man sich auch überlegen, ob man sich nicht am Kampf für eine bessere, soziale Zukunft beteiligen will — den echten Sozialismus. Danke fürs Zuhören – wichtiger ist ihre Meinung: Sollen wir oder sollen die Banken und Konzerne die Krisenlasten bezahlen? (Beitrag Jupp Frerkes zur Montagsdemo am 2.3.09) |